Devisenhandel in der Schweiz – Wie fängt man an?

Als Devisenhandel wird der Handel mit Fremdwährungen bezeichnet. Englisch auch „Forex-Handel“ – für „Foreign Exchange“. Devisen können an Börsen und Handelsplattformen weltweit gehandelt werden und ist auch in der Schweiz ein beliebtes Geschäft. Im Gegensatz zu partizipativen Papieren, wie z.B. Aktien, beteiligt man sich beim Devisenhandel jedoch nicht an einem Unternehmen, sondern spekuliert vielmehr auf die Kursentwicklung einer Währung in Bezug auf eine andere.

Das Spekulieren auf Währungen kann lukrativ sein, wenn man die Entwicklung richtig eingeschätzt hat, kann aber auch riskant und verlustreich sein, wenn man unvorbereitet mit Währungsspekulationen beginnt. Anfänger im Devisenhandel sollten sich deshalb unbedingt zuerst informieren und eventuell in einem Demokonto zuerst einige Test-Transaktionen machen, bevor sie echtes Geld einsetzen.

Wichtiges zum Devisenhandel

Den Handel mit Devisen nennt man Forex-Trading. Dabei handeln Sie mit Währungspaaren, bei denen jede Devise in einem bestimmten Wertverhältnis zur anderen steht. Sie spekulieren darauf, wie sich dieser Devisenkurs verändert. Denn dieser ist von Angebot und Nachfrage abhängig.

Besteht Ihr Währungspaar aus USD und CHF, gehen Sie beispielsweise von einem Kursanstieg oder Kursverfall des US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken aus. Von den mehr als 200 handelbaren Währungspaaren sind nur wenige für Neulinge im Forexhandel geeignet, da man hier meist zu wenig Hintergrundinfos hat.

Die beliebtesten Devisen im Forex Handel sind EURCHFGBPUSD und JPY. Denn diese Währungen zeigen verglichen mit anderen Devisen meist sehr geringe Kursschwankungen und minimieren das Verlustrisiko daher etwas im Gegensatz zu sehr volatilen Währungen.

Gern gehandelt werden die Paare USD/EUR, CHF/EUR und USD/JPY. Als Anfänger im Forex-Handel sollten Sie sich stets des Risikos eines Totalverlusts bewusst sein. Die Kurse gehen unvorhergesehen in die eine oder andere Richtung. Eine der beiden Währungen kann sich ebenfalls in die unerwünschte Richtung entwickeln. Ausserdem wissen Sie nie, ob Sie Gewinne machen können oder nicht.

Ihr Erfolg als Trader richtet sich im Wesentlichen danach, ob Sie den passenden Zeitpunkt für den Kauf und Verkauf der Währungen finden. Eine genaue und stetige Beobachtung des Devisenmarkts und seiner Mechanismen ist daher unverzichtbar. Weil Kursveränderungen von mehreren Faktoren abhängig sind, können sogar professionelle Trader falsche Entscheidungen treffen. Handeln Sie mit hohen Ordervolumina, haben Sie zwar die Chance auf hohe Gewinne, aber auch ein grosses Verlustrisiko.

Handeln Sie bitte niemals mit Kapital, das Sie im Verlustfall in finanzielle Schwierigkeiten bringen könnte. Kredite sind für Investitionen in echte Werte gedacht oder zur Überbrückung von kurzfristigen Notlagen – Es empfiehlt sich jedoch nicht mit Fremdkapital zu spekulieren, zu groß sind die Risiken! Bevor Sie mit Krediten spekulieren, lesen Sie sich daher unsere Kredit-Tipps für die Schweiz durch und schauen Sie, wie Sie sonst aus der Schuldenfalle kommen können.

Devisenhandel in der Schweiz: Erste Schritte

Um mit Devisen handeln zu können, benötigen Sie einen PC oder ein Smartphone/Tablet und eine stabile Internetverbindung. Denn schon kleinste Aussetzer können Ihnen beim Echtzeittraden Verluste verursachen. Sie wählen nach einem Onlinebroker-Vergleich bzw. Forex-Broker-Vergleich im Idealfall einen von der FINMA regulierten Forex-Händler aus.

Gut geeignet sind renommierte Anbieter mit niedrigen Gebühren und dem von Ihnen gewünschten Devisenangebot. Registrieren Sie sich auf seiner Webseite mit Ihren persönlichen Daten und Ihrer Girokontoverbindung. Nach dem Einloggen haben Sie Zugriff auf die Handelsplattform oder die mobile App und können das (meist vorhandene) Demokonto zum Üben nutzen. Dieses risikofreie Traden mit Spielgeld macht Sie mit der Software vertraut, die Ihr Onlinebroker nutzt. Dort können Sie ausserdem alle Handelsstrategien ausprobieren und gründlich testen.

Arbeiten Sie sich aber zuvor unbedingt in das Thema Forexhandel ein. Neben Literatur in Schriftform stehen Ihnen Video-Tutorials zur Verfügung. Beschaffen Sie sich am besten Literatur, die von den erfolgreichsten Forex-Händlern verfasst wurde. Denn diese enthält auch Tipps aus der eigenen Handelspraxis. Lernen Sie die wichtigsten Trading-Begriffe wie Vokabeln. Und beschäftigen Sie sich mit den Marktmechanismen. Wählen Sie anschliessend eine für Anfänger geeignete Handelsstrategie wie die Trendfolgestrategie aus. Und üben Sie diese zuerst mit Ihrem Demokonto. Passen Sie dabei Ihre Strategie auf die jeweilige Marktsituation an, um später Ihr Risiko zu verringern. Und beachten Sie unbedingt die Forex-Grundregeln.

Wie entstehen Wechselkurse? [VIDEO]

Forex-Broker und Handelszeiten

Der Schweizer Devisenmarkt wird aktuell von mehr als 50 Forex-Brokern beherrscht. Diese treten als Market Maker, ECN-Broker und STP-Broker auf.

  • Market Maker nennt man Devisenhändler, die ihren Tradern die Devisenkurse selbst festlegen.
  • Daher sind sie weniger kundenfreundlich als STP- und ECN-Broker. Denn diese wählen für Sie den günstigsten Interbankenkurs aus und geben Ihre Orders direkt an den Markt weiter.

Im Unterschied zum Aktienhandel werden Devisen nur online über die Broker-Plattform gehandelt. Dafür haben Sie die Möglichkeit, Ihre Trades fast rund um die Uhr zu platzieren: Nur in der Zeit von Freitag- bis Sonntagabend sind alle Handelsplätze geschlossen.

Gebühren

Beim Devisenhandel fallen normalerweise keine Kontoführungskosten an. Auch für das Ausführen der Orders werden meist keine Gebühren berechnet. Es sei denn, Sie handeln mit gehebelten Produkten wie CFDs. Bei diesen sogenannten Contracts for Difference (Differenzkontrakten) können Sie mit geringem Kapitaleinsatz sehr hohe Gewinne, aber auch sehr grosse Verluste machen. Wie hoch diese sind, hängt vom jeweiligen Hebel ab. So nennt man Kapitalleihen seitens des Onlinebrokers. Sie liegen je nach Anbieter zwischen 10:1 und 500:1.

Bei einem Hebel von 10:1 handeln Sie in Wirklichkeit mit dem Zehnfachen Ihres eingesetzten Orderkapitals. Weil Differenzkontrakte mit einem sehr hohen Risiko behaftet sind, berechnet Ihnen der Broker eine Margin: Er behält einen geringen Prozentsatz Ihres Ordervolumens als Sicherheit ein.

Handeln Sie mit CFDs, zieht Ihnen der Onlinebroker für die entstandenen Kosten einen Spread ab. So nennt man die Differenz zwischen dem Broker-Geldkurs und dem (höheren) Briefkurs. Bei den Spreads geht es lediglich um die dritte oder vierte Nachkommastelle des veränderten Währungskurses: Fällt der Schweizer Franken von 1,1646 auf 1,1642, beträgt der Spread 4 (Pips).

Beliebte Handelsstrategien

Möchten Sie ein erfolgreicher Devisenhändler werden, benötigen Sie die geeignete Strategie. Beliebte Handelsstrategien sind:

  • Trendfolgestrategie
  • Contra-Trend-Strategie
  • Volatilitätsstrategie
  • News-Trading
  • Scalping (Daytrading)

Mit der Trendfolgestrategie können Sie recht gute Gewinne erzielen. Sie ist für Anfänger im Devisenhandel besonders gut geeignet. Erkennen Sie, dass Ihr Forex-Paar einen stabilen Aufwärtstrend hat, ist es wahrscheinlich, dass dieser anhält. Eine Trendumkehr ist wenig wahrscheinlich. Dies beweisen diverse statistische Untersuchungen. Bei einem positiven Trend steigt der Kurs kontinuierlich an, bei einem negativen fällt er stetig. Daher setzen Sie auf steigende oder fallende Devisenkurse.

Um mit der Contra-Trend-Strategie erfolgreich zu sein, benötigen Sie eine genaue Marktkenntnis und mehr Erfahrung. Denn hier kommt es auf exaktes Timing an: Sie müssen die Punkte finden, an denen die Trendumkehr erfolgt. Und dort mit kleinen Positionen (geringem Kapitaleinsatz) und einem eng gesetzten Stopp in den Handel einsteigen. Weil diese Strategie eine niedrigere Trefferquote hat, benötigen Sie die genannten Instrumente zur Risikominimierung.

Die Volatilitätsstrategie ist nur bei Forex-Paaren angebracht, deren Kurs stärker schwankt. Ausserdem ist sie nur für erfahrene risikobereite Trader interessant, die stets auf dem neuesten Informationsstand sind. Sie spekulieren dabei auf Kursschwankungen. Bei der Volatilitätsstrategie haben Sie die Wahl zwischen der One-Touch- und der No-Touch-Option. Bei ersterer setzen Sie darauf, dass der Kurs einmal während der Order-Laufzeit die festgelegte Schwelle berührt. Setzen Sie auf No-Touch, gehen Sie vom Gegenteil aus.

Die sehr zeitaufwendige Newsstrategie setzt voraus, dass der Trader bei seinen Entscheidungen wichtige Nachrichten berücksichtigt. Handeln Sie beispielsweise mit dem Devisenpaar EUR/USD, gehören das US-Bruttoinlandsprodukt und EZB-Leitzinsentscheidungen zu diesen wichtigen News.

Das nicht von jedem Onlinebroker angebotene Scalping kann bis zum Ende des Handelstages viele kleine Gewinne erbringen. Sie platzieren viele Trades und zwecks Risikominimierung sehr enge Stop-Loss-Signale. Voraussetzung ist ein Onlinebroker, der Ihre Orders schnellstens ausführt.

Um Ihre individuelle Handelsstrategie erfolgreich umzusetzen, benötigen Sie die passenden Trading-Tools. Diese nützlichen Hilfsmittel stehen Ihnen beispielsweise auf den Cornèrtrader-Plattformen zur Verfügung. Dort gibt es auch ein gratis Demokonto zum Üben.

Wichtige Grundregeln des Forexhandels

Als Trading-Anfänger sind Sie besonders gefährdet, riskante Trades zu platzieren. Daher halten Sie sich am besten an folgende Grundregeln. Sie stammen aus der langjährigen Praxis erfolgreicher Forex-Trader:

  • Kalkulieren Sie Risiken ein.
    Um mögliche Verluste zu reduzieren, handeln Sie am besten nur mit niedrigen Kapitaleinsätzen. Und arbeiten Sie mit der Stopp-Loss-Funktion. Bei dieser wird die Order automatisch geschlossen, wenn sich für Sie ein Verlust abzeichnet.
  • Lernen Sie, mit Verlusten umzugehen.
    Reagieren Sie auf Verluste genauso besonnen wie auf Gewinne. Und pausieren Sie, falls Sie keine Ruhe bewahren können. Traden Sie nur mit Ihrem Verstand.
  • Überschätzen Sie sich nicht.
    Beginnen Sie unbedingt mit nur einem Währungspaar.
  • Seien Sie flexibel.
    Beim Devisenhandel müssen Sie schnell auf sich verändernde Marktbedingungen reagieren.
  • Lassen Sie sich Zeit.
    Haben Sie nicht genügend Zeit fürs Traden, verschieben Sie es auf einen anderen Zeitpunkt. Denn Devisenhandel ist Arbeit und erfordert viel Konzentration.

3 Sat Doku über Daytrading & Devisenhandel [VIDEO]

Das Video ist zwar schon ein paar Jahre alt, erklärt aber gut die Hintergründe zur Entstehung von „Geld“, dem Unterschied zwischen „Buchgeld“, Münzen und Scheinen – und aufgrund welcher Hintergründe sich Kurse zueinander verändern. Sehr guter Start in das Thema.

Devisenhandel in der Schweiz: Steuerliche Aspekte

Handeln Sie in der Schweiz privat mit Devisen, müssen Sie Ihre Gewinne nur dann versteuern, wenn Sie als gewerbsmässiger Forex-Trader eingestuft werden. Dafür massgebend ist einzig Ihr Anlageverhalten. Stellt das Steueramt bei der Bearbeitung Ihrer Steuererklärung eine intensive börsliche Aktivität fest, erhalten Sie eine Aufforderung zur Steuernachzahlung. Ihre Kapitalgewinne werden Ihrem übrigen Einkommen hinzugerechnet. Darüber hinaus müssen Sie SV-Beiträge von bis zu 10 Prozent nachzahlen. Entscheidend für die Einstufung als steuerpflichtiges Einkommen sind die Kriterien

  • Verwendung von Fremdkapital
  • Handel mit Derivaten, der über eine Risikoabsicherung hinausgeht
  • Höhe des Handelsvolumens

Bei der Anwendung dieser Kriterien haben die Steuerämter allerdings gewisse Ermessensspielräume. Bevorzugen Sie extrem kurze Anlagehorizonte wie Daytrading, könnten Sie als steuerpflichtig eingestuft werden. Beachten Sie aber bitte, dass es bei der behördlichen Einschätzung kantonale Unterschiede gibt.

Wenn Sie als Unternehmen mit Währungen spekulieren wollen oder sich mit Zertifikaten gegen Wechselkursschwankungen absichern wollen, benötigen Sie eine LEI-Nummer um sich am Finanzmarkt authentifizieren zu können.

Die Infos dieser Seite sind ohne Gewähr. Informieren sie sich im Zweifelsfall zuvor bei ihrem lokalen Finanzamt oder Steuerberater um sicher zu gehen.

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