Keimschleuder Waschmaschine: Schimmel, Krankheiten und Erreger wirksam beseitigen

Keime und Bakterien aus der Waschmaschine anstatt sauberer Wäsche? Bei falscher Verwendung und mangelhafter Reinigung des Haushaltsgeräts kann das ganz schnell passieren. Wie eine Untersuchung auf einer Frühchenstation an einer deutschen Klinik gezeigt hat, können über frisch gewaschene Kleidung sogar multiresistente Keime übertragen werden.

Vor allem für Neugeborene, ältere und kranke Menschen kann das schnell gesundheitsgefährdend oder sogar lebensbedrohlich werden. Wir haben für Sie zusammengefasst, wie es zu Keimbildung in der Waschmaschine kommt und welche Gefahren davon ausgehen. Wie Sie Ihre Waschmaschine sauber und keimfrei halten können, erklären wir anschliessend in unseren Tipps zum wirksamen Beseitigen von Schimmel und Keimen in Waschmaschinen!

Wie kommt es zu Schimmel und Keimen in der Waschmaschine?

Waschmaschinen sind ein idealer Nährboden für Schimmel, Bakterien und Keime. Es ist feucht, warm und die verwendeten Waschmittel und Weichspüler sind biologisch abbaubar. Hier fühlen sich Keime so richtig wohl.

Nach dem Waschen bleibt in der Waschtrommel, im Waschmittelfach und vor allem im Dichtungsring an der Waschmaschinen-Öffnung immer ein Rest Wasser zurück. Besonders an diesen Stellen sammeln sich Keime und bildet sich Schimmel, wenn die Waschmaschine nicht regelmässig gereinigt wird.

Hinzu kommt, dass wir heutzutage immer mehr mit niedrigen Temperaturen bzw. in Öko-Programmen waschen, die zwar energieeffizienter und umweltschonender sind, die jedoch Keime nicht abtöten.

Markt-Check-Video: Waschmaschinen als Keimschleuder

Selbst gewaschene Kleidung kann Keime übertragen

Welche gefährlichen Folgen Keime und Bakterien in der Waschmaschine haben können, zeigt der SWR in einem Beitrag über eine Frühchen-Station an einer deutschen Klinik. 17 Frühchen auf einer Neugeborenen-Station wurden über frisch gewaschene Kleidung mit einem multiresistenten Keim angesteckt.

Eine Waschmaschine, mit welcher die Mützen und Söckchen der Frühchen gewaschen wurden, war der Ursprung des multiresistenten Keims. Beim Waschen hat er sich auf die Kleidung und anschliessend auf die Babys übertragen.

Hunderte Arten von Bakterien & Schimmel in normalen Haushalts-Waschmaschinen

Anlässlich des Keimbefalls auf der Frühchenstation testete der SWR auch 20 Waschmaschinen aus normalen Familien-Haushalten. Das erschreckende Ergebnis: Alle Maschinen waren mit Bakterien und teilweise Schimmel belastet.

Das Fazit von Prof. Dirk Bockmühl von der Hochschule Rhein-Waal, der die Untersuchung durchgeführt hat: „Im Prinzip haben wir hier einen Zoo. Wir haben das mal untersucht und es waren hunderte verschiedene Arten Bakterien, aber auch Schimmelpilze.“

Was hilft gegen Schimmel und Keime in der Waschmaschine?

Wäsche in Waschmaschine
Bakterien und Keime aus der Waschmaschine können sich auf die Wäsche und anschliessend auf den Menschen übertragen.

Bakterien, Keime und Schimmel in der Waschmaschine sind also nichts Ungewöhnliches, doch was können wir dagegen tun? Diese sind nämlich nicht nur eklig, sondern können auch schnell gesundheitsgefährdend werden.

Hier sind die wichtigsten Tipps, um Bakterien und Schimmel in der Waschmaschine vorzubeugen:

  1. Türe und Waschmittelfach nach dem Waschen offen lassen: Feuchtigkeit ist der ideale Nährboden für Bakterien und Schimmel, deshalb sollte man Türe und Waschmittelfach offen stehen lassen, damit alles trocknen kann.
  2. Dichtungsring auswischen: Vor allem im Dichtungsring an der Türe bleibt oft ein Rest Wasser stehen. Daher diesen am besten mit einem alten Handtuch so gut wie möglich trocken wischen.
  3. Leerlauf bei 60°C bzw. 90°C: Zwischendurch sollte man die Waschmaschine einmal leer bei 60°C oder 90°C laufen lassen. Dadurch werden Keime und Bakterien abgetötet und die Maschine gründlich gereinigt.
  4. Nicht nur in Öko-Programmen waschen: Die Öko-Programme in modernen Waschmaschinen sind zwar energiesparend und gut für das Klima, sie begünstigen aufgrund der niedrigen Waschtemperaturen aber auch die Vermehrung von Keimen. Die vom Hersteller angegebenen Temperaturen sind ausserdem nicht immer ganz richtig. Eine 60°C-Wäsche im Ökoprogramm wäscht nämlich oft tatsächlich nur mit 30-40°C. Das Waschergebnis ist zwar genauso gut wie bei einer 60°C-Wäsche, weil die Waschprogramme dann einfach länger dauern, doch die niedrigen Temperaturen töten die Bakterien nicht ab.
  5. Bleichehaltiges Waschmittel verwenden: Für die Reinigung der Maschine sollte man unbedingt bleichehaltiges Waschmittel verwenden, denn nur damit werden Bakterien wirklich abgetötet.
  6. Waschmaschine regelmässig reinigen: Gummidichtungen und das Glas der Türe sollten regelmässig gereinigt werden. Am besten eignet sich dafür verdünnte Zitronensäure. Essig ist nicht geeignet, denn er würde die Gummidichtungen und Kunststoffteile angreifen.
  7. Waschmittel-Schublade und Einspülkammer putzen: Hier setzen sich oft Waschmittelreste ab, die wiederum ein guter Nährboden für Bakterien und Keime sind und die Schimmelbildung begünstigen. Die Schublade lässt sich ganz einfach herausnehmen, so kann sie optimal gereinigt werden. Dafür eignet sich eine alte Zahnbürste oder eine andere kleine Bürste, mit der man Ecken und Rillen gut erreicht. Auch hier empfiehlt sich wieder verdünnte Zitronensäure. Sollte sich schon schwarzer Schimmel gebildet haben, kann die Schublade auch mit etwas hochprozentigem Alkohol oder Spiritus ausgewaschen werden. Nicht vergessen die Einspülkammer ebenfalls zu reinigen, hier halten sich Bakterien und Keime besonders gern auf.
  8. Flusensieb reinigen: Hier schauen die meisten von uns eigentlich nur rein, wenn die Waschmaschine nicht mehr richtig wäscht oder etwas verstopft ist. Doch im Flusensieb bleibt auch immer etwas Wasser stehen und damit ist es ein gemütliches Plätzchen für Bakterien. Wie man das Flusensieb herausnimmt steht in der Bedienungsanleitung der Waschmaschine, das funktioniert von Modell zu Modell unterschiedlich.
  9. Keime lieben Weichspüler: Er macht unsere Wäsche weich und so gut duftend, doch wussten Sie, dass er oft tierische Schlachtabfälle enthält? Richtig gelesen. Das ist einerseits richtig eklig, andererseits können Keime in diesen Schlachtabfällen besonders gut reifen. Und umweltschädlich ist er auch noch. Im Idealfall also komplett auf Weichspüler verzichten. Ansonsten zumindest die Packung genau anschauen.

Vorsicht bei der Verwendung von Hygienespülern: Sie klingen zwar nach einer einfachen Lösung gegen Keime und Bakterien, doch sie sind äusserst aggressiv und umweltschädlich. Hygienespüler sollten daher selten und wirklich nur dann verwendet werden, wenn die Maschine bereits stinkt.

Bakterien und Keime im Labortest
In einer Untersuchung der Hochschule Rhein-Waal konnten hunderte verschiedene Bakterien und auch Schimmelpilze in Waschmaschinen nachgewiesen werden.

Fazit: Regelmässige Reinigung, zwischendurch heiss waschen und kein Weichspüler

Bakterien und Keime können sich sehr schnell in Waschmaschinen ausbreiten. Das feuchte, warme Umfeld sowie Waschmittel- und Weichspülerreste begünstigen die Vermehrung.

Hinzu kommt, dass wir immer mehr mit niedrigen Temperaturen bzw. Öko-Programmen waschen, die Keime und Bakterien nicht abtöten. Das ist grundsätzlich auch richtig, denn diese Programme sind deutlich energiesparender und umweltschonender. Zwischendurch empfiehlt es sich aber einen 60°C- oder 90°C-Waschgang zu benutzen, damit die Maschine ordentlich gereinigt und Bakterien abgetötet werden.

Die Waschmaschine sollte zusätzlich regelmässig mit verdünnter Zitronensäure gründlich gereinigt werden, vor allem Gummidichtungen, die Waschmittel-Schublade und das Einspülfach – auch das Flusensieb nicht vergessen! Auf Weichspüler verzichtet man besser ganz: Er ist nicht nur umweltschädlich, sondern auch ein wahres Festmahl für Bakterien.

Und wenn Sie schon dran sind, lesen Sie hier, wie Sie Schimmel im Bad effizient und richtig entfernen können.

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