trauriges mädchen

Die 9 besten Tipps gegen den unkontrollierten Wutanfall Ihres Kleinkindes

Alle Eltern kennen die unangenehme Situation, wenn man in der Stadt oder im Supermarkt steht und das eigene Kind plötzlich wie wild anfängt zu schreien, um sich zu schlagen oder sogar zu treten. Dabei ist der eigene Puls wahrscheinlich mindestens genauso hoch wie der des zornenden Kindes, denn man fühlt regelrecht die vorwurfsvollen Blicke der anderen Leute im Nacken. Doch was tun, um das Kind so schnell wie möglich zu beruhigen? Gibt man ihm, was es will und lässt es damit gewinnen? Wartet man bis es sich von selbst beruhigt hat? Wir haben die besten Tipps für Wutanfälle von Kindern für Sie zusammengefasst.

So reagieren Sie richtig, wenn Ihr Kind einen Wutanfall hat

wutanfall kleinkind

Wutanfälle bei Kleinkindern sind grundsätzlich ein ganz normales entwicklungspsychologisches Phänomen. Das macht sie allerdings nicht angenehmer. Bereits Kleinigkeiten können zu Wutanfällen mit Geschrei, Schlagen, Treten und Beißen führen. Bei manchen Kindern gehen die Wutanfälle sogar so weit, dass sie die Luft anhalten und bewusstlos werden. In diesen Fällen ist es für die Eltern besonders schwierig, konsequent zu reagieren, denn man fürchtet ja um die Gesundheit des eigenen Kindes. Wichtig ist es, sich immer vor Augen zu halten, dass das Kind in den meisten Fällen nicht wütend reagiert, weil es auf die Eltern wütend ist, sondern weil es auf sich selbst wütend ist oder mit der Situation im Allgemeinen nicht zufrieden ist. Oft reichen schon eigentlich harmlose Situationen, wie beispielsweise dass das Schuhe binden nicht klappt oder das Kind auf etwas warten muss. Kleinkinder müssen erst lernen mit diesem Frust umzugehen und ihre Emotionen zu kontrollieren. Gerade, wenn Kinder sich noch nicht oder nicht gut mit Worten ausdrücken können, ist der Wutanfall oft die naheliegendste Reaktion für sie.

Grundsätzlich gilt: Ruhe bewahren. Das ist oft leichter gesagt als getan, doch es sollte zumindest das Ziel sein. Reagieren Sie ruhig, wird sich das in den meisten Fällen auch auf ihr Kind übertragen. Reagieren Sie hingegen gestresst und schreien Sie Ihr Kind vielleicht sogar an, wird das die Situation nur verschärfen. Versuchen Sie ruhig mit dem Kind zu sprechen, es eventuell in den Arm zu nehmen, falls das Kind dies zulässt, und es zu trösten. Das Kind soll lernen, dass es seine Emotionen ruhig zeigen darf und nicht dafür bestraft wird, sondern ihm mit Verständnis begegnet wird. Nehmen Sie die Emotionen des Kindes ernst und zeigen Sie ihm dies auch. Das Wichtigste für das Kind ist jetzt, dass Sie ihm Sicherheit vermitteln.

9 Tipps bei Wutanfällen von Kindern

verärgertes kind

Was tun, wenn das Kind einen Wutanfall hat? Wie reagiert man am besten um das Kind zu beruhigen? Wir haben die besten Tipps zusammengefasst.

1. Gelassen und ruhig bleiben

Versuchen Sie, auch wenn es noch so schwierig ist, tief durchzuatmen und möglichst ruhig zu bleiben. Sie signalisieren Ihrem Kind damit, dass alles gut ist und es sich wieder beruhigen kann. Reagieren Sie mit Panik, überträgt sich das auch auf Ihr Kind. Sind Sie in der Öffentlichkeit mit Ihrem Kind, versuchen Sie an einen ruhigeren Ort zu gehen, wo auch das Kind zur Ruhe kommen kann. Warten Sie den Wutanfall Ihres Kindes einfach geduldig ab.

2. Emotionen des Kindes ernst nehmen

Jede Emotion und jedes Gefühl Ihres Kindes sind echt und haben ihre Berechtigung, deshalb sollten Sie sie immer ernst nehmen. Darüber zu lachen oder mit dem Kind zu schimpfen wäre falsch und würde dem Kind signalisieren, dass es seine Emotionen nicht zeigen darf. Nach dem Wutanfall ist das Kind besonders zuneigungs- und liebesbedürftig. Trösten Sie deshalb Ihr Kind, nehmen Sie es in den Arm oder was auch immer Ihrem Kind gut tut.

3. Sicherheit vermitteln

Zeigen Sie Ihrem Kind mit Ihrem eigenen Verhalten, dass alles gut ist. Versuchen Sie nicht selbst panisch oder gestresst zu wirken und das auf Ihr Kind zu übertragen.

4. Klare Regeln

Jedes Kind braucht Regeln, die ihm Orientierung im alltäglichen Leben geben. Anstelle vieler verschiedener Regeln, setzen Sie besser wenige Regeln konsequent um. Sprechen Sie einmal ein Verbot aus, sollten Sie auch konsequent dabei bleiben, ansonsten lernt das Kind, dass es Verbote umgehen kann, indem es einen Wutanfall bekommt.

5. Selbstständigkeit zulassen

Oft entstehen Wutanfälle ja deshalb, weil den Kindern etwas nicht gelingt, das sie gerne selbst machen würden, wie zum Beispiel Schuhe binden oder sich die Jacke anziehen. Geben Sie Ihrem Kind trotzdem die Chance, Dinge selbst zu machen, helfen Sie wenn das Kind dies möchte, bestärken Sie es in dem was es tut und loben Sie es, wenn etwas gelingt. Dies kann auch in vielen Situationen als Ablenkung dienen, wie zum Beispiel im Supermarkt, wenn das Kind etwas aus dem Regal in den Einkaufswagen legen darf.

6. Klares „Nein“ in inakzeptablen Situationen

Wenn das Kind anfängt zu schlagen, um sich treten oder beißen nehmen Sie Ihr Kind an der Hand, schauen ihm direkt in die Augen und sprechen ein klares „Nein“ aus. Es muss lernen, dass gewisse Verhaltensweisen, also auch wenn es sich selbst oder andere verletzen könnte, inakzeptabel sind. Als Eltern sollten Sie aber immer daran denken, dass Sie auch dieses Verhalten nicht persönlich nehmen dürfen, sondern es sich um den Ausdruck der Wut Ihres Kindes handelt, der mit Ihnen nichts zu tun hat.

7. Mit dem Kind über den Wutanfall sprechen

Mit größeren Kindern, bei denen dies bereits möglich ist, sollte man nachdem das Kind sich beruhigt hat über den Wutanfall sprechen und fragen, was das Kind denn so wütend gemacht hat, wie man das nächste Mal anders reagieren könnte und ob es eventuell andere oder Kompromiss-Lösungen gäbe, die für das Kind besser zu akzeptieren wären.

8. Umgang mit Frust lernen lassen

Geben Sie Ihrem Kind die Chance, den Umgang mit dem eigenen Frust zu lernen. Ein gutes Beispiel ist der Wutanfall beim Spielen. Lassen Sie Ihr Kind gewinnen, um diesen zu vermeiden, lernt es nie mit diesem Frust umzugehen. Bleiben Sie trotzdem ruhig und versuchen Sie das Kind zu trösten.

9. Eigene Wut kontrollieren

Vergessen Sie nicht, dass Sie eine Vorbildwirkung auf Ihr Kind haben. Beobachten Sie sich deshalb selbst in Situationen, in denen Sie wütend werden und kontrollieren Sie Ihre Reaktion. Bleiben Sie ruhig und gelassen, finden Sie andere Strategien um die Wut abzubauen, die sich auch Ihr Kind von Ihnen abschauen kann.

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